DGB-Jugend warnt vor schlechten Ausbildungsbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe
Die DGB-Jugend Nord warnt Jugendliche, die sich derzeit um einen Ausbildungsplatz bemühen, vor schlechten Bedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe in Schleswig-Holstein.
„Wer eine gute Ausbildung mit vernünftigen und gesetzeskonformen Rahmenbedingungen sucht, ist im Hotel- und Gaststättengewerbe falsch aufgehoben“, so die DGB-Jugend Schleswig-Holstein und ergänzt: „Wer eine Übernahme nach der Ausbildung und gesicherte Einkommensverhältnisse sucht, der sollte sich evtl. in anderen Branchen umgucken und sich dabei über die Ausbildungsbedingungen gut informieren.“ Die DGB-Jugend hat auch gleich einen konkreten Tipp für Ausbildungsplatzbewerber: „Einen deutlichen Lichtblick gibt es immer dort, wo sich Jugend- und Auszubildendenvertreter/innen und Betriebsräte engagieren. Dort sind die Ausbildungsbedingungen deutlich besser.“
Es lohne sich danach zu erkundigen.
Die DGB-Jugend hatte in ihrem 2010 vorgestellten Ausbildungsreport für Schleswig-Holstein auf der Grundlage von über 2.600 befragten Auszubildenden festgestellt, dass insbesondere die Rahmenbedingungen im Hotel- und Gaststättengewerbe für einen Großteil der dort ausgebildeten Jugendlichen so dramatisch schlecht seien, dass z. B. von 100 gestarteten Restaurantfachleuten gerade mal 50 tatsächlich ihre Ausbildung abschlössen.
Ø Die Vergütung ist hier deutlich geringer als in anderen Branchen.
89 Prozent der Azubis erhalten weniger als 500 Euro im Monat. In anderen Branchen sind es nur 38 Prozent mit dieser niedrigen Ausbildungsvergütung.
Ø Viele Wochenstunden – wenig Urlaub: 63 Prozent der Azubis arbeiten über 40 Wochenstunden, in anderen Branchen sind es nur 20 Prozent.
Ø Nur 20 Prozent der Azubis erhalten im Hotel- und Gaststättengewerbe mehr als 25 Urlaubstage, in anderen Branchen sind es 55 Prozent.
Ø 48 Prozent bekommen keinen Überstundenausgleich, in anderen Branchen sind es nur 19 Prozent.
Die Hotels und Gaststätten, in denen gute Ausbildungsbedingungen herrschen, sollten nach außen deutlich machen, dass sie Qualitätsstandards einhalten und Arbeitsgesetze uneingeschränkte Gültigkeit besitzen, so die DGB-Jugend.
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